Aufbruch ins Medienzeitalter- Chip-Gigant Intel und die Bildungsminister ehren das Bertha-von-Suttner-Gymnasium

Das Bertha-von-Suttner Gymnasium (BvSG) belegte beim bundesweit ausgetragenen Intel-Wettbewerb einen hervorragenden 2. Platz, und kann sich über ein Preisgeld von 3500 Euro freuen. Auf den ersten Rang schaffte es die technische Berufsschule Ludwigshafen, eine Grundschule aus Niedersachsen errang den 3.Platz. Mit dem Schulpreis 2008 wurden am 14. Oktober im Bildungsministerium in Saarbrücken jene Schulen ausgezeichnet, die den Einsatz digitaler Medien besonders stark vorantreiben. Die Schirmherrschaft hat die aktuelle Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, die saarländische Bildungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer, übernommen. Der Preis war vom renommierten Chip-Hersteller Intel deutschlandweit ausgeschrieben worden.

Nachdem die Intel-Manager Jürgen Wuttig und Thomas Osburg feierlich die Preisverleihung eröffneten, hielt Peter Rockenfeller vom Landesmedienzentrum Koblenz die Laudatio. Eigens aus Andernach angereist war eine zehnköpfige BvSG-Delegation bestehend aus Direktorin Marion Stähle sowie Lehrern, Schülern und Mitgliedern des Fördervereins. Der Laudator lobte insbesondere die fächerübergreifenden digitalen Projekte am BvSG, etwa jenes zur "Anwendung des chemischen Gleichgewichts." Auch die Verwendung der neuen Medien im Rahmen von Schulaufführungen - wie das "Beamen" der Bühnenbilder beim Musicals Hair - verweise auf die Breite des Einsatzes. Die digitalen Medien würden von den Schülern "eigenverantwortlich und in großem Umfang genutzt", befand Rockenfeller. Gewürdigt wurde so auch die Teilnahme der Klassenstufen 5 und 6 am Antolin-Wettbewerb, der Buchbesprechungen auf eine Internetplattform ins WorldWideWeb verlegte. Das BvSG erreichte die Plätze 1 und 2.

Angesichts der wachsenden Bedeutung der digitalen Medien im Bildungsbereich mag sich manch einer vielleicht verwundert die Augen reiben, dass eine solche Auszeichnung ausgerechnet an das BvSG in Andernach geht. Denn einen besonders heißen Draht zur Technik vermutet man hier auf den ersten Blick nicht: Die bilinguale deutsch-französische Schule ist an sich sprachlich und künstlerisch ausgerichtet. Auf der anderen Seite werben spezialisierte Gymnasien in Großstädten wie Hamburg oder Berlin mit Leistungskursen in Informatik und Laptops für alle um die technisch versiertesten Köpfe. Und so war die tolle Platzierung, gerade bei so starker Konkurrenz, eine freudige Überraschung. Der Erfolg beweist eindrucksvoll, dass die Schule den Aufbruch ins Medienzeitalter nicht verschlafen hat - im Gegenteil: Vier voll ausgestattete Computerräume, zwei "Computerinseln", PCs mit Internetanschluss in allen Klassenräumen, Videokamera und ein interaktives Board stehen den Lernenden zur Verfügung.

Diese Ausstattung ist gewiß aller Ehren wert, erklärt aber allein noch nicht das gute Abschneiden beim Intel-Wettbewerb. Vielmehr dürften der Jury die Dynamik imponiert haben, mit der sich die Schule ins digitale Zeitalter aufgemacht hat. "2003 hatten wir nur ein paar ausgediente PCs mit uralten 386er- und 486er-Prozessoren", erinnert sich Christa Keßler, stellvertretende Schulleiterin mit Schwerpunkt Schulentwicklung. Sie hat die mediendidaktische Entwicklung der Schule von Anfang an begleitet. "Heute ist hier ein Unterricht ohne digitale Medien kaum noch vorstellbar." Dazwischen lag ein langer Weg, und noch ist der Prozeß in vollem Gange.

Voll eingebunden sind dabei die Eltern und Schüler. Mit ihrer Hilfe knüpfte das BvSG Kontakte zu Unternehmen, die bereit waren, die Schule auf den technisch neuesten Stand zu bringen. Der Förderverein unterstütze die Schule dabei tatkräftig. Es ist wohl dieses Miteinander aller von Schule Betroffenen, von Schülern, Lehren und Eltern gleichermaßen, das die Preisrichter überzeugt hat. "Ebenfalls wegweisend" nannte es Rockenfeller daher, "dass der Schulelternbeirat mit in die pädagogischen Aufgaben der Schule eingebunden ist". Beispielsweise klären Elternvertreter, gemeinsam mit der Landesdatenschutzbehörde, in Informationsveranstaltungen über präventive Strategien gegenüber den Gefahren des Cyberspace auf.

Dankend nahm schließlich Schulleiterin Stähle den Preis entgegen. Die Schule will sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen, sieht sich aber in ihrer Entwicklung bestätigt: "Der Prozess ist noch längst nicht abgeschlossen und wird es vielleicht auch nie sein", so die Schulleitung. "Und es gibt noch viel mehr Ideen." Der Traum für die nahe Zukunft: "Gemeinsamer Unterricht per Videokonferenz mit den Partnerschulen in Frankreich und Kanada."