AbiBac
Liebe Leserin, lieber Leser,
die vorliegende Broschüre stellt in Kurzform alle wesentlichen Details des bilingualen deutsch-französischen Bildungsganges und des Abi-Bac-Zuges an unserer Schule dar, um sowohl Interessierten als auch Betroffenen alle wesentlichen Informationen über die auf den ersten Blick nicht leicht zu durchschauende Materie zu vermitteln.
Für zusätzliche Fragen stehen wir - die Koordinatorin des bilingualen Zuges, der MSS-Leiter und die Schulleiterin - gern zur Verfügung.
Marion Stähle, OStD’
Schulleiterin
Inhalt
Zielsetzung und Organisation des bilingualen Zuges in der Mittelstufe
Der Unterricht im bilingualen Zug der Mittelstufe
Der bilinguale Zug in der Oberstufe
Abitur im bilingualen Zug
Erwerb der Baccalauréat
Zielsetzung des bilingualen Zuges
- Erweiterung und Verbesserung der schriftlichen und mündlichen Kompetenzen in der französischen Sprache durch Vermittlung vertiefter Sprachkenntnisse in einer Fachsprache in allgemein bildenden Fächern (hier: Gesellschaftswissenschaften)
- Besondere Förderung leistungsfähiger und leistungsbereiter Schülerinnen und Schüler
Die Organisation des bilingualen Zuges in der Mittelstufe
- Voraussetzung
- Wahl von Französisch als 1. Fremdsprache in Klasse 5
- Automatische Teilnahme am französischen Zusatzunterricht, der – unabhängig vom Fremdsprachenunterricht – spielerisch die sprachlichen Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern als Vorbereitung auf den bilingualen Zug der Mittel- und Mittelstufe erweitert
- Auswahlverfahren am Ende von Klasse 6
- Entscheidung der Schulleiterin in Absprache mit Fachlehrkräften der Klasse 6 über die Eignung eines Kindes aus der Sicht der relevanten Fächer (Leistungsfähigkeit, Belastbarkeit, Arbeitshaltung, Begabung)
- Entscheidung der Eltern, ob sie das Angebot zum Besuch des bilingualen Zuges annehmen wollen
- Eintritt in den bilingualen Zug
- Dauer: Klasse 7 bis 10
- Einrichtung einer rein bilingualen Klasse, ggf. bei Bedarf zusätzlich Einrichtung einer gemischten Klasse mit einer ausreichend großen bilingualen Lerngruppe
- Eintritt in den bilingualen Zug in Klasse 7 als verbindliche Entscheidung; Möglichkeit des Austritts nur in besonders begründeten Ausnahmefällen (Antrag an die Schulleiterin, Entscheidung der Klassenkonferenz)
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Der Unterricht im bilingualen Zug der Mittelstufe
Klasse |
Histoire |
Geschichte |
Géographie |
Erdkunde |
Mehrbelastung |
7 |
2 |
1 |
1 |
1 |
2 |
8 |
1 |
1 |
2 |
1 |
2 |
9 |
2 |
1 |
1 |
---* |
2 |
10 |
2 |
1 |
2 |
1 |
2 |
Alle Angaben in Wochenstunden
* In der 9. Klasse ist Erdkunde lt. Stundentafel nicht vorgesehen; aus Gründen der Kontinuität wird Géographie einstündig oder epochal zweistündig unterrichtet.
Erläuterung:
Der französischsprachige Unterricht in den Sachfächern Histoire und Géographie erfolgt nach der Stundentafel (fett gedruckt).
Der einstündige deutschsprachige Zusatzunterricht dient als Kompensation für den nur langsam voranschreitenden Sachfach-Unterricht in der Fremdsprache.
Die Lehrkräfte dieser beiden Fächer (deutsch/französisch) treffen verbindliche Absprachen bezüglich der Unterrichtsinhalte und der Leistungsmessung.
Benotung in den bilingualen Sachfächern
Es zählt die Leistung im Sachfach; die Kompetenz in der französischen Sprache spielt nur insofern eine Rolle, als die erlernten Fachbegriffe beherrscht und korrekt angewandt werden müssen.
Die jeweiligen Endnoten der beiden Teilfächer gehen zu gleichen Teilen in die Zeugnisnote ein.
Zertifizierung
Auf jedem Zeugnis ist die Teilnahme am bilingualen Unterricht ausgewiesen.
Bei Abmeldung von der Schule oder bei Verlassen des bilingualen Zuges nach Klasse 10 wird die Teilnahme in einem Zertifikat bescheinigt.
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Der bilinguale Zug in der Oberstufe
Schülerinnen und Schüler können wählen, ob sie den bilingualen Zug mit dem deutschen Abitur abschließen oder ob sie zusätzlich zum deutschen Abitur das französische Baccalauréat erwerben wollen.
- Voraussetzung
- Teilnehmen können in der Regel nur diejenigen, die den bilingualen Zug der Mittelstufe von Klasse 7 bis 10 durchgehend besucht haben.
- Belegungsverpflichtung
- Leistungskurs Französisch
- Histoire bzw. Géographie als Grundfach Gemeinschaftskunde in französischer Sprache mit deutschsprachigen Anteilen (nicht möglich: Die Belegung eines gesellschaftswissenschaftlichen Leistungsfaches).
- Leistungskurs Mathematik oder Physik oder Chemie oder Biologie, wenn die oberste Série S im Abi-Bac angestrebt wird.
- Unterricht
- Schülerinnen und Schüler werden unabhängig davon, ob sie das Abi-Bac anstreben oder von vornherein nur den bilingualen Zug bis zum Abitur durchlaufen wollen, gemeinsam unterrichtet. Erst zu Beginn der Jahrgangsstufe 13 müssen sie die definitive Entscheidung über ihre Teilnahme an den Bac- Prüfungen treffen.
- Kursarbeiten in Histoire und Géographie
- In den Halbjahren 11/1 bis 12/2 wird sowohl in Histoire als auch in Géographie je eine Grundkursarbeit in französischer Sprache geschrieben. Für die Jahrgangsstufe 13 gelten im Hinblick auf das Abitur besondere Bestimmungen.
- Benotung
- Histoire und Géographie gelten als Teilfächer des Grundfaches Gemeinschaftskunde. In beiden Teilfächern wird pro Halbjahr nach dem für Grundkurse üblichen Verfahren je eine Endnote gebildet, in die zusätzlich zur Kursarbeit weitere (überwiegend mündliche) Leistungsnachweise eingehen. Die Zeugnisnote für das deutsche Halbjahreszeugnis wird zu gleichen Teilen aus den Endnoten der beiden Teilfächer gebildet.
Für die Einbringung ins Baccalauréat zählen nur die Endnoten in Histoire und Géographie, nicht die gemeinsame Zeugnisnote.
Stundenansatz im bilingualen Zug der Oberstufe
Fächer |
11/1 |
11/2 |
12/1 |
12/2 |
13 |
Histoire
Grundkurs |
3 |
3 |
2 |
2 |
3 |
Géographie
Grundkurs |
2 |
2 |
3 |
3 |
3 |
Mehrbelastung im Vergleich
zu "normaler"
Gemeinschaftskunde |
1 |
1 |
1 |
1 |
2 |
Jahrgangsstufe 13 im bilingualen Zug
Schülerinnen und Schüler entscheiden zu Beginn der Jahrgangsstufe 13 endgültig, ob sie das Baccalauréat erwerben wollen.
Gleichzeitig stufen Abi-Bac-KandidatInnen wie alle anderen eines ihrer Leistungsfächer (siehe MSS-Informationsbroschüre) zum Grundfach ab. Sie schreiben hier ebenso wie in Histoire und Géographie je eine vierstündige Kursarbeit auf Grundfach - Niveau.
Französisch darf nicht abgestuft werden!
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Abitur im biligualen Zug
- Schriftliche Prüfung (nur Abi-Bac)
Für die schriftliche Abiturprüfung haben Schülerinnen und Schüler die Wahl:
- Entweder schreiben sie wie alle andern die 3. Abiturarbeit im abgestuften Leistungsfach auf Grundfachniveau. In diesem Fall wird die Arbeit in Histoire bzw. Géographie zusätzlich gefordert, deren Note nur für das Bac zählt und keine Bedeutung für das Abitur hat.
- Oder sie tauschen das abgestufte Leistungsfach gegen Histoire bzw. Géographie ein und schreiben nur hier die 3. Abiturarbeit, deren Note sowohl für die deutsche Abiturqualifikation als auch das Bac relevant ist. Im abgestuften Leistungsfach wird in diesem Fall keine Abiturarbeit gefordert.
- Mündliche Prüfung
- Abi-Bac
Im Fall des Fächertausches wird die mündliche Abiturprüfung in der Regel im ausgewechselten abgestuften Leistungsfach abgelegt. Wird der Fächertausch nicht vollzogen, muss die mündliche Prüfung in Gemeinschaftskunde abgelegt werden, also in Histoire oder Géographie wahlweise in französischer oder deutscher Sprache. Weitere mündliche Pflichtprüfungen sind nicht vorgesehen; es besteht jedoch wie für alle AbiturientInnen die Möglichkeit einer freiwilligen mündlichen Zusatzprüfung in den schriftlichen Prüfungsfächern zur Verbesserung des Abitur-Ergebnisses (zählt nicht für das Bac).
- Bilingualer Abschluss
Auch Schülerinnen und Schüler des bilingualen Zuges, die das Bac nicht erwerben wollen, müssen ihre mündliche Abiturprüfung im Fach Gemeinschaftskunde ablegen, also entweder in Histoire oder Géographie wahlweise in französischer oder deutscher Sprache. Die Teilnahme am bilingualen Zug wird in einem zum Abiturzeugnis gehörenden Zertifikat bescheinigt, die mündliche Prüfung nur, wenn sie auf Französisch abgelegt wurde.
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Erwerb des Baccalauréat
- Mündliche Prüfung nach Abschluss des deutschen Abiturs
- Prüfung in Anwesenheit eines frz. Prüfungsbeauftragten
- Prüfungsdauer: 30 Minuten insgesamt
- Zwanzigminütige Prüfung durch Kursleiterin oder –leiter des Leistungskurses Französisch, zehnminütige Prüfung durch Inspecteur
- Prüfungsgegenstand: abgesprochene literarische Themen, von deutscher Prüferin bzw. deutschem Prüfer ausgewählt
- Einbringung folgender Einzelnoten zur Berechnung der Durchschnittsnote
- Note der mündlichen Zusatzprüfung in Französisch
- Vier Endnoten in Histoire oder Géographie aus den Halbjahren 11/2 bis Jahrgangsstufe 13
- Note der Abiturarbeit im Leistungskurs Französisch (Note der französischen Seite, die eine eigene Korrektur vornimmt)
- Note der Abiturarbeit in Histoire oder Géographie (Note der französischen Seite, die eine eigene Korrektur vornimmt)
- Note der Abiturarbeit im 2. Prüfungsfach (deutsche Note)
- Note im 4. Prüfungsfach (mündlich; deutsche Note)
Die Noten aus den ersten vier Bereichen sind für das reine Bestehen des Bac (bei 10 von 20 frz. Punkten) relevant, die aus den beiden letzten Bereichen werden zusätzlich zur Festsetzung der Mention, d.h. des Prädikates herangezogen (ab 12/20 Punkten).
Ein besonders gutes Ergebnis der mündlichen Prüfung in Französisch kann u.U. nachträglich in die deutsche Abiturnote eingebracht werden.
Zertifizierung
Der Erwerb des Baccalauréat wird vom zuständigen französischen Rectorat in einem Diplôme du Baccalauréat mit Nennung der Série und - bei entsprechenden Leistungen - einer Mention beurkundet.
Was bringt die Teilnahme am bilingualen bzw. dem Abi-Bac-Zug den AbsolventInnen?
- Bildung als wichtigste Voraussetzung für das „Leben nach der Schule“
- Zulassung zu den Aufnahmeprüfungen an französischen Universitäten durch den bilingualen Abschluss
- Zulassung zu den classes préparatoires der französischen Elitehochschulen ohne Aufnahmeprüfung
- Die Chance, einen der über einhundert deutsch-französischen Studiengänge in allen Bereichen (Wirtschaft, Naturwissenschaften, Technik u.a.) speziell für AbsolventInnen zweisprachiger Bildungsgänge mit Studium in Frankreich und Deutschland sowie mit binationalem Abschluss zu nutzen
- Einen Vorsprung auf dem Arbeitsmarkt vor Mitbewerbern mit „normalem“ Abitur
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